Jardín – Kaffee trinken in den Anden

Wenn Maria Victoria ihren „Tinto“ mit ihren Freudinnen in einem der gemütlichen Cafés rund um den malerischen Dorfplatz trinken möchte, wird zwei Mal in die Hände geklatscht und die Bedienung somit gerufen. Diese bringt sogleich den Tinto – schwarzer Kaffee ohne Milch und Zucker, dafür aus der Region, aus herrlich altmodischen weißen Porzellantassen.

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Jedes Café hat seine eigenen individuellen farbigen Holzstühle vor dem jeweiligen Cafe stehen, die hin und wieder mit typischen Bildern der Paisas (den Einwohnern des Region) verziert sind. Links und rechts wird der Patz von malerischen Cafés, Bars und Restaurants sowie Hotels und kleinen Geschäften in bunten Häusern geziert.

Parque El Liberator – Mittelpunkt des Lebens

Der Dorfplatz mit der prägnanten Kirche ist der Treffpunkt für alle. Ältere Leute halten Plausch auf den Bänken, die Jugend verabredet sich hier, Kinder spielen auf dem Patz, Familien genießen ihren Kaffee im Cafe oder auf dem Platz, Touristen fotografieren die Kirche und Obstverkäufer preisen ihre Ware an.

plaza jardin antioquia

jardin plaza antioquia colombia

Insbesondere Sonntags kommt jeder ins Dorfzentrum. Zum Gottesdienst in der Kirche, Essen gehen mit der Familie, Plauschen und Kaffee trinken oder einfach immer wieder den idyllischen Platz umgeben von grünen Hügeln zu bewundern. Viele Paisas, die wochentags auf den Feldern und auf den Kaffeefarmen in der Umgebung arbeiten, lassen es sich sonntags in den Bars bei lauter kolumbischer Cumbia- und Vallenato-Musik und viel Anis-Schnaps (Aquardiente) gutgehen. Die Pferde werden kurzfristig vor den Bars geparkt.

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Fruchtbares Land

Jardín ist so schön klein und überschaubar und trotzdem hat es sehr viel zu bieten. Das angenehme Klima sowie regelmäßiger Regen sorgen dafür, dass um Jardín herum Kaffee, Bananen, Passionsfrüchte und weitere Früchte prächtig gedeihen. Die fruchtbaren Hügel umhüllen malerisch das farbenfrohe Dorf.

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Ausflüge

Am Wochenende kehren viele kolumbianische Familien der Großstadt Medellin den Rücken zu und suchen die Ruhe bzw. Natur und Abenteuer in Jardín. Besonders beliebt sind Reitausflüge und Wanderungen zur „Cueva del Espendor“, einem einzigartigen Wasserfall, der durch ein Loch in einer Höhle trifft. Großartiges Naturspektakel. Wer noch mehr Abenteuer möchte, kann sich beim Abseiling beweisen und sich angeseilt neben dem Wasserfall herunterhangeln.

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Ob abenteuerliche Ausflüge oder gemütliches Schlendern durch Jardín – ein Ausflug nach Jardín lohnt sich und ist noch ein Geheimtipp unter internationalen Reisenden.

Mein Lieblingsdorf in Kolumbien!

Grenzüberschreitende Erfahrungen – Eine Zugreise von Tansania nach Sambia

Eine angenehme Art des langsamen Reisens ….oder wie ich gelernt habe, geduldig zu sein…

Hättest du mich vor einigen Monaten gefragt, ob ich mir vorstellen kann, in Afrika mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen, hätte ich mit dem Kopf geschüttelt und mich über die komische Frage gewundert. Gibt’s da überhaupt Busse und Züge? Ist das nicht gefährlich? Hat man da einen Sitzplatz oder muss man stehen? Und warum sollte ich mir das antun?

bahn tazara Tansania Sambia

Zug fahren in Afrika

Nach einiger Internetrecherche habe ich einen Bericht über die einmalige Zugstrecke von Tansania bis nach Sambia gelesen, die mit dem TAZARA (TAZARA steht für Tansania-Zamibia-Railway Authority) zurückgelegt wird. Die Strecke von Dar-es-Salaam, Tansania zur Endstation Kapiri Mposhi in Sambia beträgt 1860 km und wird innerhalb von drei Tagen, je nachdem wie oft (unplanmäßig ;-)) gehalten wird, zurückgelegt. Die Reise mit dem Zug hörte sich abenteuerlich und nach einer willkommenen Abwechslung nach den ruckeligen Busfahrten an.

Bahnhof tazara

Bahnhof Dar-es-Salaam, es kann losgehen

Bahnhof Afrika

Menschen auf den Gleisen während einer Pause

Das Abenteuer beginnt schon vor der Fahrt

Das Abenteuer fängt schon vor der Zugfahrt an. Es gibt keine Online Tickets zu kaufen, geschweige denn eine übersichtliche Homepage von TAZARA. Am besten geht man persönlich zum TAZARA-Bahnhof in Dar-es-Salaam, um sich das Erste-Klasse-Ticket zu reservieren. Erste Klasse heißt in dem Fall, dass man ein ordentliches Bett in einem Vierer-Kompartment bekommt. Die Reservierungen werden auf einem Zettel notiert, Computer benötigt man nicht in Tansania…und es funktioniert erstaunlich gut!

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die Fahrkarte

Das Ticket ist eine dickeres Pappkärtchen mit handgeschriebenen Zahlen, die auf Wagon und Abteil hinweisen.

Der Zug fährt nur dienstags und freitags in Dar-es-Salaam ab. In den 1970ern mit Hilfe der Chinesen gebaut, mein “Express”-Zug sah so aus, als hätte sich auch seitdem nichts gravierendes verändert. Grauer Strahl, einfache Innenausstattung und ein Wagon mit Essensabteil. Jetzt kann ich sagen, ich habe mir ein Erste-Klasse-Ticket gegönnt – nur in der Ersten Klasse gibt’s angenehme Betten und etwas Platz im Abteil. In der zweiten Klasse quetschen sich sechs Personen ins Kompartment, dritte Klasse heißt Sitzplatz, umgeben von Einheimischen, vielen Kindern und viel Gepäck.

Abfahrt in Tansania

Super pünktlich verließen wir Dar-es-Salaam um 15.50 Uhr. Die ersten Stunden vergingen wie im Flug. Schnell hatte ich mich an mein neues Zuhause für die nächsten Tage gewöhnt und meine Reisepartnerin und ich lernten noch andere internationale Reisende kennen. Einheimische sind aus Kostengründen eher in der zweiten und dritten Klasse unterwegs.

Als es abends dunkel wurde, wurde Essen in der Ersten Klasse und im Restaurant serviert. Nach vier Stunden Fahrt, stoppte der Zug ein Weilchen im Nichts, ohne Ansage, ohne Auskunft, wann es weitergehen könnte, einfach nur warten. Im Nachhinein stellte sich raus, dass wir wohl die ganze Nacht auf einen entgegenkommenden Zug gewartet haben. Schlafen ohne Gerüttel und Fahrgeräusche ging wunderbar!

 

Atemberaubende Landschaft

Die Landschaft auf dem 1860 Kilometer langen Fahrt änderte sich von saftig-grünen Feldern mit Palmen zu trockenen, braunen Gegenden, die an die Massai-Steppe erinnern bis hin zu zugewachsenen Wäldern.

Ich erlebte laute, volle Bahnhöfe mit vielen Einheimischen, die alles von warmen Mahlzeiten (besipielsweise getrockneten Fisch), kühlen Getränken bis hin zu Socken alles verkaufen. Dann wieder kleine, fast menschenleere Bahnhöfen im Nirgendwo, wo man traditionelle Rundhäuser in den ländlichen Gegenden sah. Frauen mit Eimer voller Wasser auf dem Kopf, Feldarbeiter in der Hitze, Kinder, die dem Zug hinterher rannten und nach uns schrien.

Landschaft Tansania sambia

landscape  africa

Fenster Zug TAZARA

Die Kunst, gelassen zu sein

Lange Pausen an den Bahnhöfen. Zehn Minuten, eine Stunde, sechs Stunden. Unvorhersehbar. Die Zeit verging ganz gut, indem ich meinen Kopf auf dem Fenster hielt und das Treiben auf den Bahnhöfen anschaute, mich mit internationalen Reisenden und Einheimischen (viele Einwohner Sambias sprechen sehr gutes Englisch) unterhielt, Podcasts hörte, mein Buch laß, träumte, im Abteil herumlief, aß und schlief. Und das ganze dann von vorne.

Irgendwann hatte ich dann auch begriffen, dass es keinen Sinn macht, von den unvorhersehbaren, scheinbar Endlosstops genervt zu sein. Es machte irgendwann keinen Unterschied mehr, ob wir nach 50 oder 60 Stunden in Sambia ankommen. Ich hatte ja sowieso keinen Einfluss darauf. This is Africa. Stress gibt es hier nicht. Als ich dann die Situation einfach mal so angenommen habe, war ich auf einmal relaxt und genoß die Internet- und stressfreie Zeit, in dem ich einfach die vorbei rauschenden Landschaften bewunderte.

Makambako train station Tanzania

Stop in Makamboko

Bahnhof Afrika Tazara

Typisches Treiben am Bahnhof

Landschaft Zug Tazara

der Zug schlängelt sich durch abgelegende Gegenden….

Was sind schon 65 Stunden?

Nach etwa unglaublichen 65 (!!) Stunden kamen wir dann schlussendlich in New Kaipiri Mposhi an, eine Stadt im Nordwesten Sambias, drei Tage nach unserer Abfahrt in Dar-es-Salaam.

Es war eine wunderbare Erfahrung, die ländlichen Gebiete Tansania und Sambias zu sehen, eine angenehme Art des langsamen Reisens. Anstrengend und unvorhersehbar, und genauso faszinierend und einmalige Art in Afrika unterwegs zu sein.

Zugfahrt Afrika

Züge Afrika

Tanzania Sambia train ride

Noch mehr Tipps für deine Zugreise:

  • Das Erste-Klasse-Ticket von Dar-es-Salaam nach New Kairiri Mposhi kostet 104.000 TSH (Stand Ende 2015), das sind ca 50 Euro. Ich empfehle dir am besten das Ticket im Voraus am Bahnschalter in Dar-es-Salaam zu sichern
  • Ein einfaches Touristenvisa bekommst du im Zug bzw. die Grenzbeamten kommen ins Abteil
  • Von New Kaipiri Mpsohi kann man mit dem Bus nach Lusaka fahren, die Straßen sind echt gut in Schuss. Von Lusaka fahren Busse zu den Victoria Fällen bzw. nach Livingstone
  • Essen und Trinken gibt es im Zug zu kaufen, ist allerdings recht einfältig. Ratsam ist es vorher Früchte und Kekse zu kaufen
  • Es gibt keine Steckdosen, lade deine elektronischen Geräte vor der langen Fahrt auf oder bringe eine Powerbank
  • Um die lange Fahrt zu überbrücken, halte dich auf Trapp mit Büchern, Musik, Podcasts und Rätselzeitschriften

 

Genieß die einmalige Zugfahrt! Entspann dich und lerne geduldig zu sein!

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5 unvergessliche Highlights Tansanias – was du in Tansania gesehen haben musst

Tierreich. Vielseitig. Einzigartig

Mein Herz schlägt schneller, wenn ich Tiere in freier Wildbahn sehe. Ich bin automatisch glücklich.

Perfekte Voraussetzungen für meine Tansaniareise, denn das Land bietet den perfekten Mix aus einzigartigen Landschaften, Tieren und Kultur.

Meine persönlichen Highlights

1. Tarangire Nationalpark

Viele haben schon mal vom riesigen Serengeti Nationalpark gehört. Da die eindrucksvolle Gnu-Wanderung vom Serengeti nach Masaai Mara allerdings schon im August stattfindet und ich dafür zu spät war, habe ich mich für eine Safari im weniger bekannten Tarangire Nationalpark entschieden.

Tarangire ist so groß wie ganz Luxemburg und man bekommt das unverfälschte Busch-Feeling. Riesige Baobabbäume, an denen sich Elefanten reiben, Akazienwälder und endlos trockene Weiten. Der Tarangire Fluss, der sich mitten durch das Gebiet schlängelt, dient den Tieren als Wasserstelle.

Gnu und Büffelherden, Zebras, endlos viele Elefanten begleiteten mich den ganzen Tag.

Elefanten Tarangiere Tansania

Elefantenherde im Tarangire NP

Gnus Tarangire Nationalpark Tansania Baobab

Gnus und Giraffen nähe der Baobab Bäume

2. Ngorogoro Krater

HAMMER! Ich habe mich wie auf einem anderen Planeten gefühlt als ich vom Kraterrand zum ersten Mal in den Krater schaute. Absoluter Wow-Effekt und mit nichts zu vergleichen.

Da ich in der Trockenzeit da war, waren die Tiere leicht zu finden. Wir haben sogar eine weibliche Löwengruppe (ja, die Weibchen gehen jagen) beobachtet, wie sie anderen Tieren aufgelauert haben. Großartig! Weiteres Highlights war die Sichtung eines Nashorns in der Ferne. Mittagspause am Teich mit zig Nilpferden werde ich auch nie vergessen.

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Blick über den Krater

Gnus Zebra Ngorogoro Krater

Gnus und Zebras im Krater

Ngorogoro Krater Tansania

Löwin Ngorogoro Krater

3. Mount Kilimandscharo und Mount Meru

Tansania ist gesegnet mit Bergen. Kilimanscharo, der höchste Berg Afrikas, ist das außergewöhnlichste Wanderziel in Ostafrika. Allerdings sind gute Gesundheit und sportliche Vorbereitung sowie ein großer Geldbeutel Grundvoraussetzungen für die Besteigung.

Wer noch mehr Herausforderung sucht, kann sich auch am Mount Meru, dem vierthöchsten Berg Afrikas, versuchen.

Mount Meru ist von Arusha wunderbar zu sehen und von Moshi hat man eine herrliche Sicht auf den eindrucksvollen Kilimandscharo mit schneebedeckter Spitze.

Kilimandscharo

Mount Kilimandscharo in der Ferne

Mount Meru Tansania

Mount Meru hinter Wolken

4. Usambara-Berge

Geheimtipp!

Auf halber Strecke zwischen Moshi / Kilimanscharo und der Milionenmetropole Dar-Es-Salaam, liegen die wunderschönen Usambara-Berge. Lushoto ist Ausgangspunkt für Ein- oder Mehr-Tageswanderungen, alle ohne besondere Vorbereitung relativ leicht zu wandern.

Die Gegend ist von Landwirtschaft geprägt, jeder Fleck Erde wird bepflanzt mit Kartoffeln, Karotten, Bohnen etc. Des weiteren läuft man durch vielfältige Wälder, von tropischem Wald bis heimischen Kiefernwald alles dabei. Außerdem großartiger Einblick in das ländliche Leben des Volkes Sambaa. Nach der Anstrengung gibt es als Belohnung grandiose Aussichtspunkte über die Massai Steppe, die Pare Mountains bis nach Kenia an klaren Tagen.

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saftig grüne Felder

Usambara Berge Wanderung

Wanderung mit Guide John durch die Usambara Berge

Irente View Point Tansania Ausblick

Sonnenuntergang am Irente View Point

5. Sansibar

Sansibar ist teilautonomer Staat von Tansania.

Mit der Fähre kommt man in zwei Stunden von Dar-Es-Salaam zur Inselhauptstadt Stonetown, deren Altstadt UNESCO-Welterbe ist. Ich hatte so ein bisschen Kuba-Feeling: heruntergekommene alte Gebäude mit Charme, Sonne, Meer, freundliche, gelassene Menschen.

Traumstrände gibt es wie Sand am Meer (höhö 😉 ). Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, immer Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Paradies wie für mich gemacht. Bilderbuchreif!!

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Traditionelles Dau in Jambiani

Jambiani Sansibar Insel Paradies Reef Beach

Traumhaftes Jambiani

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Sonnenuntergang in Stonetown

Fazit: Traumhaftes Land!! Für das Festland von Tansania sollte man mindestens 2 Wochen einplanen. Es gibt unzählige Nationalparks, interessante Kulturen innerhalb einer Nation und eine wunderschöne Küste. Wer weiter in Süden oder Westen fahren möchte, muss viel mehr Zeit einrechnen. Für die Strände von Sansibar und Stonetown sollte man auch mindesten 5 Tage einrechnen.

Von Deutschland gibt es täglich Flüge nach Tansania, von Kenia kommt man einfach mit dem Bus über die Grenze und nach Sambia ganz gemütlich mit dem Zug.

Welche Unterkunft passt zu mir?

Wenn die Unterkunft auf Reisen nichts taugt, kann der Rest noch so schön sein  ̶  man fühlt sich nicht wohl. Dass das nicht passiert und die Unterkunft zu dir passt, solltest du dich vor der Reise fragen, welcher Unterkunftstyp du bist.

Auf meinen Reisen habe ich schon einiges von Camping, Couchsurfing, AirBnB bis hin zu Spitzenhotels ausprobiert. Mal möchte ich Geld sparen und gehe in ein Mehrbettzimmer ins Hostel, wann anders schaue ich, ob ich über Couchsurfing Einheimische kennenlernen kann und bei ihnen evtl. auch übernachte. Wann anders möchte ich einfach meine Ruhe haben und wähle dann ein Einzelzimmer im Hotel aus. Bei einer längeren Reise kann auch ein Mix aus verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten reizvoll sein.

Man sollte sich fragen:

  • Wie viel Komfort brauche ich?
  • Wie viel Privatsphäre brauche ich? Kann ich ein Zimmer mit jemanden teilen?
  • Wie wichtig ist mir das Essen in der Unterkunft
  • Wie viel Geld möchte ich ausgeben?

Hostel: preiswert, simpel, gemeinschaftlich

Eine preiswerte Variante sind Hostels, die weltweit in Touristenhochburgen zu finden sind. Je nach Hostel gibt es meist gemischte, ganz einfach eingerichtete Mehrbettzimmer, von 4-Bettzimmer bis 16-Bettzimmer kann alles dabei sein. Manchmal gibt es auch nach Geschlecht getrennte Zimmer. Ich würde sagen, die Mehrzahl der Gäste ist zwischen 18 und 35 Jahren.

+++ Pro: Sobald man über seine Reiseroute und Erlebnisse erzählt, ist man im Gespräch, geht mit der Gruppe was trinken, macht Ausflüge etc. Anschluss garantiert, wenn man alleine unterwegs ist und ein bisschen kommunikativ ist.

— Kontra: Nerven können laute Mitbewohner, die nachts das Licht anmachen, schnarchen, unnötig Lärm machen, früh morgens packen, während man schlafen möchte. Je nach Gegend kann das Hostel die Partyzentrale schlechthin sein. Ohrnstöpsel einpacken empfohlen.

Viele Hostels kann man unter Hostelworld finden und kann man nach z.B. nach Ort, Preis oder Bewertung sortieren.

 

 

Couchsurfing: Austausch mit Einheimischen

Mich begeistert die Idee, nicht nur Tourist zu sein, sondern mit einem Einheimischen zu leben und was vom „echten“ Leben vor Ort mitzubekommen. Bei Couchsurfing richtet man änhlich wie bei Facebook ein Profil ein und kann das Profil von Einheimischen begutachten. Bei Gefallen anfragen, ob man bei Ihnen übernachten kann. Couchsurfing ist nicht mit einer kostenlosem Hotel zu verwechseln. Es sollte nach Möglichkeit auch das eigene Zuhause zum „couchsurfen“ abgeboten werden.

+++Pro: Einblick ins Leben vor Ort. Abseits von Touristenpfaden. Kultureller Austausch. Je nach Zeit des Gastgebers könen gemeinsame Unternehmungen gemacht werden. Man kann viel Zeit zusammenverbringen, muss aber nicht.

—Kontra: Ich war jahreslang auf Couchsurfing unterwegs und habe weltweit großartige Menschen kennengelernt, allerdings wurde es mir in letzter Zeit etwas zu viel zur Dating-Seite genutzt. Außerdem nervt, dass einige Leute CS mit einem kostenlosen Hotel verwechseln, Geld sparen wollen und Null Interesse am Leben vor Ort haben.

Insbesondere in beliebten Großstädten wie London, Paris oder Barcelona ist es schwer einen Gastgeber zu finden, da sie mit Anfragen überschüttet werden.

Couchsurfing

Camping: Für Naturverbundene

Habe ich auch erst kürzlich Spaß drangefunden. Luxus sinkt meist gen Null, nur das Nötigste mitbringen, aber die Einfachkeit und die Nähe zur Natur macht glücklich!

+++Pro: mitten in der Natur. Einfach. Unabhängig. Ruhe pur.

—Kontra: Meist wenig Platz zum Ausbreiten. Es kann schon mal nachts ganz schön kalt im Zelt sein, dafür steht man morgens früh freiwillig auf, weils zu heiß im Zelt wird. Auf einer Isomatte schlafen ist nicht für jeden was. Selbstversorger. Wer Luxus braucht, ist hier falsch.

Hotel: Privatsphäre in allen Preisklassen

Business-, Familien-;Wellness- oder Luxushotels ̶ Hotels können je nach Sterne, Lage und Ausstattung komplett unterschiedliche Preise haben. Was sie aber alle verbindet, ist, dass man sein eigenes kleines Reich im Einzel- oder Doppelzimmer mit Bad hat. Tür zu und Ruhe. Oftmals ist ein Restaurant angeschlossen, sodass man für die Mahlzeiten versorgt ist.

Gute Deals unter www.hotels.com oder www.booking.com

Resorts: sorgenfrei

Resorts sind meist in den typischen Urlaubsregionen anzufinden.

+++Pro: Man wird ständig bekocht und es werden oftmals diverse Sportangebote und Ausflüge angeboten. Zimmer wird auch oft gereinigt. Alles easy.

Kontra: Wenn die Ferienanlage gefällt, bleibt man meist die ganze Zeit dort und bekommt nichts von der Kultur vor Ort mit.

 

Pensionen, Gästehaus, Bed & Breakfast: familiär

Ich verstehe darunter ein kleineres Hotel der einfacheren Kategorie, das eher in einer ländlichen Region zu finden ist. Standard wäre für mich ein eher rustikales Einzel- und Doppelzimmer mit Frühstück. Oftmals Familienbetriebe von Einheimischen.

+++Pro: auch in abgelegenen Gebieten, nicht überteuert

Kontra: manchmal etwas altbacken (muss aber nicht!)

 

AirBnB: Wie ein Einheimischer wohnen

Immer beliebter, da man auf Airbnb.de nach Stadt, Preisvorstellung und Zimmerart (Einzel- oder Gemeinschaftszimmer oder ganze Wohnung) filtern kann. Die vom Gastgeber veröffentlichten Fotos geben meist schon einen guten Eindruck, wie die Wohnung von innen aussieht. Der private Gastgeber stellt oftmals ein leerstehendes Gästezimmer in seiner Wohnung für ein paar Tage zur Verfügung. Preislich zwischen Hostel und Hotel.

+++Pro: gutes Gefühl, nicht Touri zu sein, sondern in einer normalen Wohngegend mit Anschluss zu Einheimischen zu wohnen. Gegen Bezahlung, aber ohne Verpflichtung auf gemeinsame Unternehmungen wie bei Couchsurfing.

Kontra: Der Gastgeber kann sich dein Profil anschauen und bestimmen, ob du bei ihm zu Hause willkommen bist. Ums Essen (außer evtl Frühstück) muss man sich selbst kümmern.

AirBnB

Zug, Bus, Schiff: zeitsparend

Wer viel in kurzer Zeit sehen möchte, sollte mal über diverse Fortbewegungsmittel mit Schlafmöglichkeiten nachdenken.

+++Pro: Kann super sein, abends in einen Fernbus zu steigen und morgens am Ziel aufzuwachen.

Kontra: Kann laut, unbequem und nervtötend sein.

 

Fazit: Alles hat seine Vor-und Nachteile. Mache ein bisschen Recherche, und buche so, wie du dich fühlst und was gerade am Besten zu dir passt. Viel Spass beim Reisen!

Was ist dein Favorit unter den Unterkünften? Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Lust auf AirBnB bekommen?  Wenn du noch nicht bei Airbnb angemeldet bist, kann ich als Freund werben. Dein Vorteil: Du bekommst ein Startguthaben und hast Vergünstigungen auf die erste Buchung. Großartig, oder? www.airbnb.de/c/annem217?s=8

Jardín – Geheimtipp in den Anden

Auf Empfehlung bin in Jardín (in Antioquia) gelandet und direkt Volltreffer! Ich bin in  kleinen Städtchen mit bunten Häuschen so gerne, dass ich gleich mehrere Wochen bleibe. Die Altstadt und die umliegenden saftig-grünen Hügel ziehen mich magisch an. Ist der Dorfplatz nicht bezaubernd?

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Der Dorfplatz – perfekt zum Kaffeetrinken

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Sind die Farben nicht klasse?

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Der Blick über Jardín, Antioquia

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… und reiten kann man in Jardín und Umgebung auch super! 🙂 Probiers mal aus. Ich war auch anfangs skeptipsch, aber macht Spass!! Zum Beispiel zu dem Wasserfall, der durch ein Loch fließt. Sehr eindrucksvoll.

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Schimmel an der Bar oder warum der Tsitsikamma Nationalpark tierisch viel Spaß macht

Schimmel an der Bar. Unvorstellbar, oder? Groß, unverkennbar, haarig. Ist im Dijembe Backpackers im Dorf Storms River an der südafrikanischen Küste Realität. Aber erstmal eins nach dem anderen.

Roadtrip durch Südafrika, Teil 2: Storms River und Tsitsikamma Nationalpark

Mit dem Bazbus fuhr ich von Wilderness vorbei an der höchsten Bungee Brücke der Welt nach Storms River. Das Nest liegt in der Nähe vom Tsitsikamma Nationalpark, der bekannt für seine großartigen Wald-Wanderwege entlang der Küste ist.

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Tierischer Empfang
Angekommen am Dijembe Backpackers wurde ich herzlich vom Hostelbesitzer Brad und seiner langhaarigen Ziege Baz gegrüßt. Bin ich in der Villa Kunterbunt gelandet? Hunde, Katzen, großer Garten, Hängematten zwischen den Bäumen, Leute am Lagerfeuer – die Atmosphäre passt.

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Der etwas andere Check-in
Das es im Dijembe ein bisschen unkonventioneller zugeht, wurde mir spätestens beim Check-in an der Bar klar. Brad kam mit seinem Schimmel im Schlepptau.Plötzlich stand das Pferd direkt neben mir an der Bar, die gleichzeitig die Rezeption ist. Ich bekam ein Willkommensgetränk, das Pferd trank neben mir aus einer Schüssel. Kurios hoch 10. So einen tierisch guten Empfang hatte ich auch noch nie. Highlight!!

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Steht ein Pferd an der Bar….

Dijembe Backpackers
Jeden Morgen gab es super leckere Pfannkuchen im Hostel, an manchen Tagen abends Braii – die südafrikanische Variante des Grillens. Bequeme Betten im Dorm, Jakuzzi, Garten mit Teich, Wohnzimmer mit Kamin, Billardtisch etc. Ich habe mich pudelwohl gefühlt.

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Tsitsikamma Nationalpark
Tsitsikamma ist zwar bekannt für seine grandiosen Wanderwege, meine Mitbewohnerin Tina (von travelarttina.wordpress.com)und ich entschieden uns allerdings fürs Kayak fahren.

Nachdem wir es erstmal gegen die Strömung ankommen mussten, fuhren wir unter einer Hängebrücke durch, um zur Schlucht Storms River Mouth zu kommen. Was ein grandioser Anblick.

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Tina und ich am Kayak fahren

Als das Wasser immer flacher wurde, wechselten wir auf Luftmatrazen und padelten mit den Armen durch die engen Schluchten. Wer wollte, konnte dann noch über Felsen klettern und von Klippen ins Wasser springen – einmalig!

Am Nachmittag wanderten wir noch ein bisschen durch den dichten Wald des Tsitsikamma NPs.

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Fazit: Wer Spaß am Wandern und Outdoor Aktivitäten hat, dem wird der Tsitsikamma Nationalpark gefallen!

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Roadtrip durch Südafrika – ab in die Wildnis

Erster Stop: Wilderness

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Von Kapstadt ging es mit dem Bazbus ins ca. 450 entfernte Küstendorf Wilderness, was auf halber Strecke zwischen Kapstadt und Port Elizabeth liegt und Teil der beliebten Garden Route ist.

Mit dem Bazbus reisen

Bazbus ist eine superbeliebte Möglichkeit für Backpacker ohne Mietauto in Südafrika zu reisen. Bazbus arbeitet landesweit mit Hostels zusammen. Man wird direkt beim Hostel abgeholt und wird zum nächsten, auserwählten Hostel gebracht. Super sichere und vorallem bequeme Variante. Keine Schlepperei vom schweren Rucksack zu Busbahnhöfen, kein wahrloses Rumlaufen mit Sack und Pack (und vorallem Pass und Wertsachen), um ein Hostel zu finden. Und man lernt im Bus andere Reisende kennen und kann sich gegenseitig Tipps geben.

Wilderness

Erster Stop beim Südafrika Roadtrip für mich war Wilderness, eine verschlafenes Dorf an der Garden Route. Die acht-stündige Fahrt verging durch die abwechslungsreiche Landschaft entlang der Straße wie im Flug.

Ich habe mir Wilderness ausgesucht, weil es am Meer liegt und mich der Garden Route National Park durch seine schönen Wälder zum Wandern und Entspannen gelockt hat. Und der Name ist doch weltklasse, oder? 😉 In Wilderness kann man im Meer baden, surfen, wandern gehen, Kanu fahren, reiten, den Sonnenuntergang genießen und Paragliding machen. Neben ein paar Restaurants und Shops gibts im Dorf nichts großartiges zu sehen.

Abschalten, bitte!

Aber das macht auch nichts, weil es soo schön friedlich in der Wild Farm, meinem Hostel, ist, das etwas abseits vom Schuss überhalb vom Dorf  liegt. Der 360 Grad Blick über die Atlantikküste, die Outeniqua Berge, Seen sowie saftig-grüne Wiesen mit Kühen und Pferden ist einfach genial. Ruhe pur. Einfach die Seele baumeln lassen, auf der Terasse das Meer beboachten oder spazieren gehen.

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Kaffee trinken auf der Terasse der Wild Farm

Wandern zum Wasserfall

Ich habe mich für den Half Collared Kingfisher Trail entschieden, der das Highlight des Garden Route National Parks ist. Super einfache Wanderung, weil es durch den schattigen Wald geht und es fast keine Steigung gibt. Ein großer Teil liegt auf einem befestigten Holzweg, also noch einfacher. Durch die Lianen, das Rauschen des Flusses und das Vogelgezwitter fühlt man sich wie im Urwald!

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Nach dem ersten Kilometer und einer Holztreppe kommt man am Touw River an, den man mit einem Floss überquert. Macht Spass sich da drüber zu ziehen. Nach weiteren 2,5 Kilometern immer entlang des Flusses erreicht man das Highlight – der Wasserfall!!

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Es war das perfekte Wetter, um direkt reinzuspringen – großartige Erfrischung. Die Wassertemperatur war genau richtig, um sich abzukühlen. Was ein beruhigtendes Gefühl, einfach auf einem Stein im Wasser zu sitzen, die endlosen Wassermassen zu sehen und der Geräuchskulisse des Wasserfalles zu lauschen.

Augen zu, zuhören und genießen.

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Der Rückweg dauerte dann noch mal eine Stunde zurück zum Parkplatz. Tolle Wanderung, super ausgeschildert und großartiges Naturerlebnis!  Hätte ich mehr Zeit gehabt, würde ich gerne zum Campen und Kanu fahren zurückkommen. Machs auch, du wirst es nicht bereuhen!

Fazit: Wilderness – hier ist der Name Programm. Super chilliges Dorf, umgeben von großartigen Wäldern, Seen und der Küste – genau das Richtige um abzuschalten.

Wo konntst du das letzte Mal mal richtig abschalten?

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Sonnenuntergang am Strand von Wilderness

Meine abenteuerliche Einreise nach Kenia

Unterschätze niemals Afrika!

Vom Frankfurter Flughafen gings direkt auf die Insel Sansibar, um dort in den Flieger nach Nairobi, Kenia zu steigen. Hört sich einfach an – aber unterschätze niemals Afrika!

Flughafen Sansibar

Angekommen am sehr überschaubaren Flughafen auf Sansibar, wollte der Offizier erstmal, dass ich das Visum zur Einreise bezahle. Ich habe mich geweigert. Er schaute mich an, als wäre ich direkt vom Mond. Dass jemand einfach nur in den Transitbereich möchte, um die Airline zu wechseln, scheint hier noch nie vorgekommen zu sein. Nur wohin mit mir? Nach etlichen Diskussionen, musste ich dann weder die Gebühr abdrücken noch offiziell einreisen. Kurzerhand sollte ich mein Gepäck holen und ihm durch eine Hintertür folgen. Plötzlich waren wir in der Halle, wo die Gepäckwagen stehen, laufen durch die Lagerhalle, nehmen die nächste Hintertür und schwups sind wir in der Abflughalle. African Style um Sachen zu regeln!

Digitale Anzeigen, die über aktuelle Abflüge und Ankünfte ausklären, gibts es nicht. Eine Tafel, wo die Flüge vom Vortag (!) mit Kreide draufgekritzelt sind, muss reichen. Gepäck wird auch mit altmodischen Waagen gewogen, wie bei uns vor dem digitalen Zeitalter – aber funktioniert.

Um zum Flieger zu kommen, muss ich nur geschwind ausreisen. Wäre da nicht das Problem, dass der Beamte beim Einreiseschalter alle Seiten meines Passes durchblättert und vergeblich nach einem Einreisestempel für Sansibar sucht. Ich muss mich erklären, dass ich kein Visum habe. Verwirrung total. Mal wieder! Absolute Hilflosigkeit. Der Beamte bespricht sich mit seinem Kollegen, gibt mir den Pass zurück und lässt mich kommentarlos in den offiziellen Abflugbereich. Es geht doch!

Nach den chaotischen Morgenstunden wurde ich mit dem Kenya Airways-Flug von Sansibar nach Nairobi entschädigt. Zuerst die Aussicht über den Sansibar Archipel auf dem Weg nach Tansania. Vogelperspektive deluxe.

Inseln

Wenige Minuten später dann der atemberaubende Ausblick über die schneebedeckte Spitze des Kilimanscharo – Afrika’s höchsten Berg!

Kilimandscharo

Kenia Airways Kiliamandscharo

Am Flughafen Nairobi geht dann erstaunlicherweise alles reibungslos. Was ein Tag! Hakuna Matata – alles ist gut.

Willkommen in Afrika!